Uhrenbausatz Ref.: 6748
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Uhrenbausatz Ref.: 6850
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Uhrenbausätze

Sie haben Interesse am Selberbauen und verfügen über ein ausgesprochenes handwerkliches Geschick in Puncto Feinmechanik? Kein Problem, dafür kann jede beschriebene Uhr auch als Bausatz zur Verfügung gestellt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Geschick etwa zwischen 10 und 30 Arbeitsstunden. Für Anfänger sind meine Uhrenbausätze jedoch nicht geeignet.
Allerdings setze ich eine gewisse Werkzeugausstattung Ihrerseits voraus. Zur Mindestausstattung gehören eine Bohrmaschine mit Metallbohrern, ein Polierset mit 2 Polierscheiben (z.B. von Proxxon), ein Mini-Trennschneider inklusive Trennscheiben, eine Handsäge, Schleifpapier mit 400,600,800,1000er Körnung, Handgewindeschneider-Set M2, feine Schraubendreher, grobe und mittlere Feilen, Metallbohrer 1,7 und 2 mm sowie farbloser Silikon-Glaskleber.
Bei Interesse an Metallbearbeitung sind diese Uhren aus Messing oder Aluminium
vorzüglich geeignet.
Eine verständliche Bauanleitung ist erhältlich.

Die Uhrenbausätze bestehen aus mindestens 15 Einzelteilen:

(1)
Uhrengehäusering
(2)
Gehäusedeckel
(3)
Uhrglas
(4)
Zifferblatt
(5)
Uhrwerk
(6)
Stundenzeiger
(7)
Minutenzeiger
(8)
Zeigerschraube
(9)
Zeigermutter
(10)
Distanzgummiring
(11)
Holzkeil a
(12)
Holzkeil b
(13)
Deckelschraube a
(14)
Deckelschraube b
(15)
Batterie

 

Warum überhaupt Uhrenbausätze?

Heutzutage, im Zeitalter der industriellen Massenproduktion, können Sie lieblos industriell gefertigte Wanduhren überall zu Schleuderpreisen erwerben.
Aber genau so lieblos, wie sie gefertigt wurden, so sehen diese Uhren auch aus, und Sie haben
im Grunde keinen besonderen Bezug zu diesen Uhren. Es wird Zeit, einen neuen Trend zu setzen und höherwertige Wanduhren anzubieten. Menschen mit Stil werden Ihre einfachen Wanduhren durch höherwertige ersetzen.
Im Gegensatz dazu ist die handwerkliche Leistung und der Wert derjenigen Uhren, die vor
der industriellen Fertigungsweise in Manufakturarbeit hergestellt wurden, gar nicht hoch
genug einzustufen. Viele handwerklich geschickte Hobbyisten haben heute kein Interesse mehr am ausschließlichen Konsum von Massenprodukten, sondern wollen wieder das eine oder andere Produkt in Handarbeit selbst herstellen und zeigen, dass hier Ihre echten Stärken
liegen, und wollen auch wieder stolz auf das mit den eigenen Händen Geschaffene sein.
Hier bietet sich z.B. der Bau einer Wanduhr an.
Mein Anliegen ist es daher, manuelle Arbeiten wieder mehr zu beleben und Uhrenbausätze anzubieten, die Sie nahezu vollständig in Handarbeit anfertigen können. Diese Uhrenbausätze unterscheiden sich von den wenigen zur Zeit auf dem Markt angebotenen Bausätzen darin, dass sie nicht aus vorgefertigten Bauteilen bestehen, die nur noch mehr oder weniger aufwendig montiert werden müssen, sondern dass sie die Bauteile teilweise selber aus Rohmaterial anfertigen müssen.
Das bedeutet, daß der Schwierigkeitsgrad hierbei weitaus höher einzustufen ist und mehr
kreative Freiräume in der Bearbeitung entstehen. Nur, wenn Sie wirklich über ein gutes
feinmechanisches, handwerkliches Geschick verfügen und konzentriert arbeiten, werden Sie
eine Uhr zu Ihrer Zufriedenheit anfertigen können.
Sie benötigen eine kleine Werkzeugausstattung Ihrerseits:
Bohrmaschine, Schleifscheibenset (2-teilig), Polierwachs, Mini-Trennschleifer (z.B. Proxxon), Mini-Trennscheiben, Bohrer 1,7 und 2 mm, Handgewindeschneider 2 mm,
Schleifpapier 400,600,800,1000er Körnung, Schraubstock, Handsäge, Markierstifte,
ggf. feine Pinsel, ggf. Sprühlack, Baumwolllappen, Farbloser Silikonkleber, ggf. 0,5 mm
Druckbleistift, Edelstahlpolitur, Schieblehre, Lineal, Geo-Dreieck, grobe und mittlere
Feilen, Uhrmacherschraubendreher, Schere.
Für alle, denen der Uhrenbausatz im Rohzustand zu aufwendig ist, kann auch ein
präparierter Uhrenbausatz zur Verfügung gestellt werden. Hierbei brauchen Sie nur noch
alle Teile montieren und das Glas mittels Silikon einkleben. Aber selbst dafür benötigen
Sie etwa 3 Arbeitsstunden.

 

Sonderanfertigungen

Außerdem befasse ich mich noch mit :
- der Sonderanfertigung von gedrehten Uhrengehäusen
- der Sonderanfertigung von Zeigern und Zifferblättern
- der Sonderanfertigung von holzfurnierten Zifferblättern
- der Sonderanfertigung von Metall-Wanduhren

 

 

 


BAUANLEITUNG

1). Uhrengehäusering bearbeiten
2). Abschlussdeckel bearbeiten
3). Zifferblatt bearbeiten
4). Zeiger bearbeiten
5). Indizes bearbeiten
6). Holzkeile anfertigen
7). Glas einsetzen
8). Zusammenbau
9). Uhrenbausatz - Lieferumfang
10). Einbau eines mechanischen Uhrwerkes

 

1). Uhrengehäusering bearbeiten

Der Uhrengehäusering wird auf einer Drehmaschine aus einem Sägeabschnitt nach Zeichnung
gedreht. Die Bearbeitung auf der Drehmaschine hinterlässt Drehrillen aufgrund der
spanabhebenden Bearbeitung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese unschönen Drehrillen
zu beseitigen, z.B. in Handarbeit. Besorgen Sie sich Schleifpapierbogen für Metallbearbeitung der Körnung 400,600,800,1000. Schneiden Sie diese Bögen in 5 - 6
Querstreifen und diese wiederum in der Mitte quer durch. Mit diesen kleineren Schmirgel-
streifen können Sie nun den Gehäusering mit der Hand schleifen. (Arbeitshandschuhe tragen)
Sie fangen mit 400er Körnung an und hören mit der 1000er Körnung auf. Nach Abschluß der
Schleifarbeiten ist schon ein leichter Mattglanz erkennbar, die Drehrillen sind vollständig
weggeschliffen. Den gleichen Effekt erreicht man, wenn das Gehäuse in das Backenfutter
einer Drehmaschine eingespannt wird und dann durch Anpressen des Schmirgelpapiers
Oberflächenmaterial abgetragen wird, mit Drehmaschine funktioniert es natürlich schneller.
Das Gehäuse wird sowohl äußerlich bearbeitet, als auch die Innenfläche zwischen Glas und
Zifferblatt. Nach dem Schleifen setzt der Poliervorgang ein.
Hierzu können Sie eine handelsübliche Bohrmaschine verwenden (mindestens 600 Watt),
die an einem Bearbeitungstisch in eine Spannvorrichtung eingespannt wird.
Am zweckmäßigsten ist die Verwendung von Polierscheiben von Proxxon, einem 2-teiligen
Set, bestehend aus einer Stoffbürste und einer Baumwollpolierscheibe. Zunächst spannen
Sie die grobere Stofffaserbürste ein und lassen die Bohrmaschine permanent auf höchster
Drehzahl laufen. (Ohrenschutz verwenden !).
Diese Polierbürste benetzen Sie von Hand mit feiner Polierwachspaste bei laufender Maschine, bis die Paste leicht in die Polierbürste eingedrungen ist. Jetzt drehen Sie den Gehäusering außen, aber auch innen (sichtbarer Bereich) an der Polierbürste entlang.
Zwischendurch ist es ratsam, einen Flüssig-Edelstahlreiniger auf das Gehäuse und die
Polierbürste aufzubringen. Nach diesem Poliervorgang, mit dem noch kein Hochglanz
erzielt wird, tauschen Sie die Polierbürste gegen die feinere Polierscheibe aus und
wiederholen den Poliervorgang, bis Sie annähernd Spiegelglanz erzielen.
Im Gehäuseinnern hat sich mittlerweile sehr viel Schmutz angesammelt. Diesen können Sie
am besten entfernen mit heißem Wasser und einem Schmutzlöser (.z.B. Shampoo) und
Papiertaschentüchern. Anschließend mit trockenen Baumwolltüchern (z.B. Spültüchern)
letzte Schmutzreste entfernen.

Der Uhrengehäusering ist nun fertig bearbeitet, bis auf 2 Bohrungen M2 an der Gehäuseunter-
seite, im 6 mm breiten Absatz. Falls Sie die Möglichkeit haben, dass Gehäuse in ein
Backenfutter einer Drehmaschine einzuspannen, können Sie die Bearbeitungszeiten
für den Poliervorgang erheblich reduzieren.
Bei Gehäusen aus Aluminium (AlMgSi1) ist nach der Politur keine weitere Oberflächenbe-
arbeitung mehr notwendig. Das Material behält über Jahre seinen schönen Glanz.
Bei Gehäusen aus Messing (MS58) dagegen ist eine weitere Oberflächenbearbeitung
dringend ratsam, um das Gehäuse gegen Korrosion zu schützen.
Neben dem Uhrengehäusering sollte auch die Oberfläche des Abschlussdeckels bearbeitet
werden. Hierfür existieren verschiedene Möglichkeiten:
z.B. vergolden, versilbern, vernickeln, usw.
Nach dem Auspolieren wird das Gehäuse einem Galvanisierungsbetrieb übergeben, der die
Oberfläche des Gehäuserings und des Abschlussdeckels mit einer dünnen Schutzschicht
versieht. Solche Galvanisierungsbetriebe sind räumlich verteilt in diversen Regionen in ganz
Deutschland vertreten, und man muß in der Regel für diese Bearbeitung mit einer gewissen
Lieferzeit von etwa 14 Tagen rechnen. Nach Abholung des fertig galvanisierten Gehäuses
können Sie zur weiteren Bearbeitung übergehen. Alternativ können Sie das Gehäuse auch
durch Klarlack schützen. Hierbei ist eine staubfreie Bearbeitung und entsprechende
Lackiererfahrung erforderlich.
Letztendlich ist ein Klarlackschutz preisgünstiger zu bewerkstelligen, aber keinesfalls so
edel anzuschauen, wie ein galvanisierter Metallüberzug.


2). Abschlussdeckel bearbeiten

Im unbearbeiteten Zustand ist der Abschlussdeckel eine runde Metallscheibe von 2 mm
Stärke. Zunächst wird der unbehandelte Rand des Abschlussdeckels mit einer groben
Flachfeile, anschließend mit einer feinen Flachfeile entgratet. Um ihn mit dem Uhren-
gehäusering zu verbinden, muß er mit 2 Durchgangslöchern Durchmesser 2 mm versehen
werden. Zunächst markieren Sie den Deckel mit 2 Kreuzen (Wasserfester Folienstift, schwarz) 3 mm von der Aussenkante, genau gegenüberliegend, also bei der Uhrziffer "3"
und bei der "9". (Der Abschlussdeckel wird später in eine 4 mm tiefe und auf jeder Seite
6 mm breite Auflagefläche (Zentrierung) gelegt.) Der zugehörige Schraubkopf der
Messing-Schlitzschraube M 2 X 10 hat 4 mm Durchmesser und ist 2 mm hoch, also ragt
er nach Wandmontage der Uhr nicht über den Gehäuserand hinaus.
Sie finden die Markierungsstellen mit Hilfe eines Lineals und eines Geo-Dreiecks.
Anschließend markieren Sie den Ausschnitt zu Wandaufhängung (bei der Ziffer "12"),
das ist ein Quadrat von 20 X 20 mm Seitenlänge. Dieses finden Sie ebenfalls mit Hilfe von
Lineal und Geo-Dreieck. Sie können alternativ an dieser Stelle auch die Kreuzmarkierung
für ein Bohrloch mit Durchmesser 15-20 mm anbringen, weil ein solches Bohrloch
schneller ausgeführt werden kann, vorausgesetzt, Sie verfügen über derart große Bohrer
und eine entsprechende Spannvorrichtung wegen der hier auftretenden Kräfte.
Außerdem müssen Sie noch die Kreuzmarkierung für ein Bohrloch mit Durchmesser 10 mm
anbringen, welche für die Stellfunktion der Uhr benötigt wird.
Die Markierung für das Bohrloch muß 9 mm vom Mittelpunkt des Abschlussdeckels nach
rechts versetzt angebracht werden, da auch das Stellrad des UTS-Quarzwerkes sich 9 mm
versetzt vom Mittelpunkt des Uhrwerkes befindet. Diesen Punkt finden Sie mit Hilfe eines
Lineals. Nach erfolgter Bohrung muß diese noch mit Hilfe einer Feile sowie 400er und 600er
Schleifpapier entgratet werden. Nun wird der Gehäusering mit der Zifferblattseite nach
unten auf ein weiches Tuch gelegt (Kratzerschutz) und der Abschlußdeckel eingelegt,
mit seinen sichtbaren Markierungen und so ausgerichtet, das er leicht bearbeitet werden
kann. Pressen Sie den Abschlussdeckel mit der Hand auf den Gehäusering und bohren Sie
mit einem Metallbohrer Durchmesser 1,7 mm vor, und zwar gleichzeitig durch den Deckel
und durch den 4 mm starken Absatz. Fangen Sie mit dem rechten Bohrloch an.
Vergessen Sie nicht, die markierten Stellen vorher zu körnen, wegen der Bohrgenauigkeit.
Drücken Sie jetzt zur Fixierung des Gehäusedeckels einen weiteren 1,7 mm Bohrer mit
seiner stumpfen Rückseite durch dieses bereits gebohrte Loch.
Nun bohren Sie ebenso das linke Loch. Entfernen Sie jetzt den Abschlussdeckel. Im Ringabsatz darunter sind jetzt rechts und links die beiden Bohrungen sichtbar.
Schneiden Sie nun mit einem 2 oder 3-teiligen Handgewindeschneider die beiden
Innengewinde M2 ein. (Gewindeschneider wird im verstellbaren Windeisen fixiert und
mit Gefühl langsam nach rechts gedreht, in die 1,7 mm Vorbohrung. Ist das Gewinde
nun tief genug geschnitten, wird der Gewindeschneider durch Linksdrehung wieder
herausgedreht). Entgraten Sie danach die Oberfläche der beiden Bohrungen mit
400er und 600er Schmirgelpapier.
Nun müssen Sie noch im Abschlussdeckel die 1,7 mm Bohrungen auf 2 mm aufbohren,
denn die Gewinde im Gehäusering reichen aus, um den Deckel zu befestigen.
Probieren Sie jetzt versuchsweise aus, ob 2 Schrauben M 2 X 10 den Deckel ausreichend
am Gehäuse festhalten, indem Sie die Schrauben festziehen.
Versehen Sie nun einen Mini-Trennschleifer mit einer 0,5 mm oder 0,7 mm Trennscheibe
für Metall. Führen Sie die Trennscheibe bei mittlerer Drehzahl des Schleifers vorsichtig an
der quadratischen Markierung entlang, bis Sie das Quadrat vollständig durchtrennt haben.
Mit einer groben und einer mittleren Feile als auch Schleifpapier 400er und 600er Körnung
können Sie das Quadrat jetzt noch nachbearbeiten. Danach schleifen Sie den Gehäuseboden-
deckel mit 400er, 600er, 800er, 1000er Schleifpapier beidseitig. Anschließend wird er
noch mit Stahlfix und einem Poliertuch zum Vorpolieren und einem zum Nachpolieren
behandelt. Der Gehäusedeckel ist jetzt fertig bearbeitet.

3). Zifferblatt bearbeiten

Als Zifferblatt können Sie die Rückseite eines im Handel erhältlichen Standardzifferblattes
zur weiteren Bearbeitung verwenden. Zunächst wird der Rand mit einer feinen Feile
entgratet. Falls die Oberflächenstruktur glatt ist, wird es nun mit Hilfe einer Farbsprühdose
lackiert. (Besser ist natürlich, wenn Sie eine Lackieranlage mit Kompressor besitzen).
Am Günstigsten geeignet ist schnelltrocknender Mattlack, z.B. in weiss, schwarz oder
metallicfarben, da diese Lacke unempfindlicher sind, als hochglänzende Lacke mit
längeren Trocknungszeiten. Da Staub der größte Feind des Lackierers ist, empfiehlt sich
die Bearbeitung entweder im Freien, oder in staubfreien Räumen. Es ist von Vorteil, schon
erste Erfahrungen im Sprühlackieren zu haben; diese Technik im Detail zu erläutern,
würde den Rahmen dieser Bauanleitung sprengen. In wenigen Fällen, z.B. wenn der Lack
nicht ausreichend haftet, sollte das Zifferblatt zunächst mit grauer Grundierung lackiert und
anschließend geschliffen werden, bevor der Oberflächenlack aufgebracht wird.

Es existieren zur weiteren Zifferblattbearbeitung folgende Möglichkeiten:
3.1 Emaillierte, fertige Comtoise-Zifferblätter : keine weitere Bearbeitung, ggf. Bohren
3.2 Vollholz-Zifferblätter
3.3 Holzfurnierte Blechzifferblätter
3.4 Alu-Blechzifferblätter : in Handarbeit bemalen
3.5 Alu-Blechzifferblätter : Indizes von Hand setzen


3.2 Vollholz-Zifferblätter bearbeiten
Mindestens 4 mm Stärke wählen, wegen der Stabilität, Mittelloch 10,2 mm bohren,
Rand entgraten, Bohrloch entgraten. Mit 400er, 600er, 800er, 1000er Schmirgel von
Hand plan schleifen, je nach Geschmack, oder Sie lassen die Holzmaserung, wie Sie ist.
Damit das Holz seine fahle, unansehliche Farbe verbessert, mit Holzwachs, oder farblosem
Lederfett oder mit Holzöl von Hand mit einem Tuch einreiben und glatt wischen.
Das Holz erhält dadurch in der Regel eine dunklere Färbung und einen matten Glanz.
Es ist empfehlenswert, es vorher auf der Rückseite des Zifferblattes auszuprobieren.

3.3 Holzfurnierte Blechzifferblätter bearbeiten
Das Rohmaterial ist ein ca. 0,3 bis 0,5 mm starkes Holzfurnier, das möglichst in
glatten Bahnen beschafft wird (nicht auf Rollen aufgewickelt), mit einer klebstoff-
laminierten Unterseite. Diese Furnierbahnen werden mit einer Schere zunächst in
quadratische Streifen geschnitten. Das Furnierstück wird jetzt über das Zifferblatt
gelegt, mit seiner Oberseite. Danach wird ein Bügeleisen auf mittlerer Stufe erwärmt,
und bitte unbedingt die Dampffunktion ausschalten ! Dann wird ein dünnes Baumwoll-
tuch über das Holzfurnier gelegt. Jetzt wird 1 - 2 Minuten aufgebügelt und das Bügeleisen
gut aufgedrückt. Lassen Sie das Zifferblatt auskühlen und überprüfen Sie das Ergebnis.
Sollten sich Wellen zeigen, kann der Vorgang noch einmal wiederholt werden.
Anschließend wird das überstehende Furnier mit einer feinen Nagelschere auf die Größe
des runden Zifferblattes ausgeschnitten. Jetzt muß noch nachgefeilt und nachgeschmirgelt
werden, so dass Holzfurnier und Zifferblatt genau die gleiche Größe erhalten.
Das Mittelloch müssen Sie nun mit Hilfe einer feinen Schere und einer feinen Feile
ausheben und vollständig rundfeilen. Das Zifferblatt ist jetzt vorbereitet, um es mit
Indizes zu belegen.

3.4 Alu-Blechzifferblätter von Hand bemalen
Nachdem das Zifferblatt mit Sprühlack lackiert wurde, kann es anschließend von Hand
mit Ziffern oder Indizes bemalt werden. Zunächst sollten die Ziffern oder Indizes
vorsichtig mit Hilfe eines 0,5 mm Druckbleistiftes (z.B. von Faber Castell) vorgezeichnet
werden. Bitte dabei beachten, dass der Zifferblattlack nicht zerstört wird. Die exakte
12 Stunden- bzw. 60 Minuten-Einteilung erreicht man entweder über eine Zifferblatt-
Schablone (z.B. von Selva-Technik), oder über Lineal und Geo-Dreieck, oder, indem man
die vorhandenen Markierungen der Rückseite über den Zifferblattrand auf die Vorderseite
des Zifferblatts überträgt. Man muß nun Längen- und Breitenmaße der Ziffern bzw. Indizes
festlegen und entsprechend einzeichnen. Dazu muß häufig nachgemessen werden,
um ein einwandfreies Ergebnis zu erzielen. Anschließend können die vorgezeichneten Ziffern oder Indizes auf dem Zifferblatt bemalt werden. Verwenden Sie hierzu bitte
einfache Künstlerpinsel in sehr kleinen Größen, z.B. "0" oder "00". Die Pinsel sollten
Sie zusätzlich mit einer feinen Nagelschere bis auf wenige Pinselhaare stutzen. Sie sollten
insgesamt 2 - 3 Pinselstärken zur Verfügung haben. Als Lack empfehle ich schnell-
trocknenden Modellbau-Mattlack auf Wasserbasis in kleinen 20 bzw. 60 ml Gläsern.
Das Lackieren sollte mit ruhiger Hand erfolgen, und fangen Sie mit feinen Pinselstrichen an
den Außenseiten an, und malen Sie danach die Innenseiten aus. Da es um sehr feine
Arbeiten geht, sollte eventuell ein Uhrmacher-Vergrößerungsglas benutzt werden.
Die Pinsel sollten zwecks Zifferblattlackierung mit sehr wenig Lack benetzt werden,
umso genauere Ergebnisse erzielen Sie. Das Zifferblatt sollte an den Stellen, wo im
Moment nicht lackiert wird, mit einem Papiertaschentuch abgedeckt werden, um
Flecken und Verunreinigungen zu vermeiden. Ab und zu muß der Pinsel gereinigt werden
mit einem Taschentuch, um eingetrocknete Farbreste zu entfernen.

3.5 Alu-Blechzifferblätter : Indizes von Hand setzen
Zunächst werden an den Stellen, wo die Indizes positioniert werden sollen, feine
Markierungsstriche mit Hilfe eines 0,5 mm Druckbleistiftes und einer Zifferblattschablone
gesetzt. Die Markierungen sollten nur innerhalb der Fläche der Indizes erfolgen, damit sie
nach dem Setzen der Indizes nicht mehr sichtbar sind. Die Indizes werden anschließend
mit Klebstoff fixiert, am vorteilhaftesten mit Pattex Compact. Der Klebstoff soll sehr
sparsam und nur auf der Innenfläche der Indizes verteilt werden, damit er nach dem
Aufdrücken auf das Zifferblatt nicht seitlich heraustritt.
Die Indizes sollten zunächst genau gegenüberliegend (z.B. bei der "6" und bei der "12")
gesetzt werden, denn danach haben Sie ca. 2 - 3 Minuten Zeit, die Indizes noch
geringfügig auszurichten. Das wird mit Hilfe eines Lineals gemacht, welches genau über die Mitte des Zeigerlochs beide Indizes tangiert. Aus diesen Gründen der exakten Ausrichtung
zueinander sollten Sie keinen Sekundenkleber benutzen, den dann können Sie die Position
der Indizes nicht mehr korrigieren.


4) Zeiger bearbeiten

4.1 Zeiger einkürzen
Zeigerlänge messen und auf der Rückseite markieren. Markierte Stelle mit einem
Mini-Trennschneider trennen. (Keine Blechschere verwenden wegen der enormen
Verbiegegefahr). Ggf. Vorderseite des Zeigers mit Tesafilm abkleben (z.B. bei
empfindlichen, vergoldeten Zeigern). Mit einer mittleren Flachfeile von beiden
Seiten in Richtung Zeigerspitze feilen und mit 600er Schleifpapier nachschleifen.

4.2 Neue Zeigerformen aus größeren Zeigern anfertigen.
Zunächst muß der Zeiger in seiner Länge und Breite ausgemessen werden und
anschließend wir die Zeigerwunschform mit Hilfe eines Lineals auf der Rückseite
markiert. Beim Stundenzeiger müssen Sie zusätzlich eine Kunststoff-Lochgrößenlehre
über das Zeigerloch legen und dort markieren, wieder mit Hilfe eines wasserfesten,
schwarzen Folienmarkierstiftes. Wenn Sie den Mini-Trennschleifer an der Markierung
ansetzen, berücksichtigen Sie bitte 1,0 - 1,5 mm Verschnitt durch die Trennscheibe,
d.h., Sie müssen über Maß arbeiten. Den Zeiger sollten Sie mit der linken Hand auf einer
sauberen Holzplatte leicht andrücken (Rückseite nach oben zeigend), während Sie mit
der rechten Hand die Mini-Trennscheibe mit ruhiger Hand über die Markierungslinie führen und das überstehende Blech abtrennen. Sie sollten wegen der auftretenden Hitzeentwicklung
an der linken Hand feine Arbeitshandschuhe tragen. Nachdem Sie den Zeiger aus der
markierten Fläche herausgetrennt haben, ist die grobe Kontur des angefertigten Zeigers
jetzt erkennbar. Mit einer feinen Flachfeile feilen Sie nun die groben Kanten anhand der
Markierungslinie heraus und schleifen anschliessend mit Hilfe von 600er und 1000er
Schleifpapier die Zeigerkontur glatt. Hierbei ist eine sehr ausgeprägte Fingerfertigkeit
notwendig, damit Sie den nur 0,5 mm starken Alu-Blechzeiger nicht verbiegen.
Im nächsten Schritt wird der meistens schwarz lackierte Alu-Zeiger entlackt. Dies
sollten Sie mit Hilfe von Schleifpapier 600er Korn und 1000er Korn erledigen. Danach
polieren Sie den Zeiger mit Stahlfix Scheuermittel und einem Vliestuch oder Baumwoll-
tuch, bis er leicht matt glänzt. Achten Sie dabei stets auf plane Unterlageflächen für
die Zeiger, außerdem benötigen Sie für den Stundenzeiger einen Höhenausgleich in
Länge der Zeigerbuchse, damit er nicht durchbiegen kann. Jetzt müssen die Zeiger noch
gereinigt und trockenpoliert werden und sind dann für das erneute Lackieren vorbereitet.
Zum Lackieren legen Sie bitte das Zeigerpaar bitte mit den Zeigerenden auf eine offene,
kleine Pappschachtel (z.B. Zigarillo-Schachtel), damit die Auflagefläche der Zeiger sehr
klein ist. Lackieren Sie dann die Zeiger mit Hilfe einer Sprühdose aus ca. 30 cm Entfernung
mit schnelltrocknendem Mattlack in Ihrer Wunschfarbe. Es muß nicht immer schwarz oder
weiss sein, es kann auch mal rot oder blau, oder ein Metallic-Lack sein, der schnell trocknet.
Bedenken Sie dabei noch die richtige Verarbeitungstemperatur für den Lack, nicht zu heiß
(möglichst nicht >25 ° C und nicht < 10 °C ) und bedenken Sie auch, das Sie auf dem Zeiger
jedes Staubkorn sehen, wenn Sie nicht in staubfreier Umgebung arbeiten. Im Übrigen
benötigen Sie nur sehr wenig Lack für ein Zeigerpaar, bitte nicht zu dick auftragen, das
sieht sonst nicht perfekt aus. Nach dem Trocknen ist das Zeigerpaar nun fertig für die
weitere Montage. Bedenken Sie bitte auch noch, dass Sie bei Verwendung von
empfindlichen Hochglanzlacken Fingerabdrücke auf den Zeigern bei der Montage
hinterlassen, daher ist unempfindlicher Mattlack empfehlenswert. Nur zur Information:
Es existieren vernickelte und zusätzlich vergoldete Zeiger, deren Goldschicht sich mittels
Stahlfix und einem Vliestuch durch starkes Reiben entfernen lässt. Die Zeiger lassen sich
danach auspolieren und glänzen nickelartig.

4.3 Sekundenzeiger anfertigen
Hierbei wird die Zeigerform aus einem 0,5 mm starken Aluminiumblech herausgetrennt
und geschliffen, wie unter "Zeiger bearbeiten" beschrieben. Zusätzlich wird hierbei
ein gewöhnlicher Sekundenzeiger benötigt, zum Ausschlachten. Die Zeigerenden werden
an beiden Seiten des Zeigerzapfens mit einer Blechschere abgeschnitten, so dass nur
noch der Zeigerzapfen mit der runden Aufnahmefläche (Durchmesser 6,5 mm)
übrig bleibt. Diese runde Fläche wird an der Oberseite mit Hilfe von feinem 600er
Schleifpapier plan geschliffen. Diese Aufnahmefläche inkl. kleinem Wellenzapfen wird
mit Hilfe von Sekundenkleber nun auf die zuvor markierte Rückseite des Sekundenzeigers genau mittig zentriert geklebt. Hier muß verständlicherweise sehr präzise gearbeitet werden, damit der Sekundenzeiger in seinem Betrieb auch rund läuft.

5). Indizes bearbeiten

Indizes sind Zeitanzeigesegmente, die anstelle der Ziffern "1" bis "12" zur Zeitanzeige
verwendet werden. Um Indizes herzustellen, benötigen Sie zunächst Aluminium- oder
Messingleisten von ca. 50 cm bis 100 cm Länge. (z.B. 5 X 2 mm oder 10 X 5 mm).
Diese Leisten werden mit einem Folienstift entsprechend markiert, berücksichtigen
Sie dann einen Sägeverschnitt von 1,5 - 2,0 mm. Legen Sie zunächst Länge, Breite und
Höhe der Indizes sowie deren Anzahl fest. Meistens sind es 12, es können aber auch
z.B. 13 oder 16 Stück sein. Markieren Sie alle Indizes auf der Metallleiste. Spannen Sie
die Leiste mit Hilfe von weichen Holzbacken in einen Schraubstock ein und sägen Sie
diese mit einer Handsäge durch. Die grob gefertigten Indizes müssen Sie nun nachmessen
und mit einer groben und mittleren Feile an den Enden auf Maß nachbearbeiten. Die zu
kurz oder zu lang gesägten Indizes sind Ausschuss. Zum Schluss müssen Sie sie mit 400er
und 600er Schmirgel nachschleifen. Nach dieser Bearbeitung müssen Sie die Oberflächen
der Indizes mit 1000er Schleifpapier bearbeiten und danach mit Stahl-Fix und einem
Vlies-Tuch polieren. Wenn Sie eine kleine Spannvorrichtung für die Indizes haben, umso
besser, ansonsten werden Sie Ihre Finger arg strapazieren. Falls Sie Messing-Indizes
hergestellt haben, sollten Sie diese entweder vergolden lassen oder klar lackieren; bei
Den Aluminium-Indizes brauchen Sie keine weitere Oberflächenbehandlung mehr
vornehmen. Die Indizes sind nun montagefertig und werden im Anschluss auf dem
Zifferblatt fixiert, wie in diesem Kapitel bereits beschrieben wurde.

6). Holzkeile anfertigen

Die Funktion der beiden Holzkeile ist folgende: Sie werden gegenüberliegend in die
Gehäusering-Nut gepresst und drücken gleichzeitig mit leichtem Druck die Rückseite
des Zifferblattes in die Zentrierung. Zunächst ermitteln Sie die Höhe und Breite der Nut
(Absatz) im Gehäusering. Meistens ist sie 10 mm hoch und 5 - 6 mm tief. Dann ermitteln
Sie die Tiefe von der Nut bis zum Zifferblatt. Nach diesen Angaben müssen Sie einen
L-förmigen Holzkeil anfertigen. Sie müssen Ihn verständlicherweise über Maß anfertigen
und dann annäherungsweise dem genauen Passungsmaß anpassen, da er an beiden Seiten
eingepresst wird, in die Nut und auf das Zifferblatt. Der Holzkeil sollte aus Sperrholz
bestehen, damit er bei der Bearbeitung nicht zu sehr splittert. Im ersten Schritt zeichnen
Sie die Form des Holzkeils auf eine schmale Holzleiste mit einem Folienstift auf.
Bedenken Sie dabei einen Verschnitt von ca. 1,5 mm. Dann spannen Sie diese Leiste in
einen Schraubstock ein und sägen entlang der Markierung die beiden Holzkeile mit einer
Handsäge aus. Die Holzkeile sollten möglichst aus Sperrholz der Stärke 8 oder 10 mm
bestehen. Sie haben nach dem Aussägen eine grobe Kontur, sie können Sie anschließend entweder mit einer groben Flachfeile oder mit 40er Schleifpapier auf das
gewünschte Passungsmaß bringen durch ein Annäherungsverfahren, d.h. Sie müssen
immer wieder probieren, ob sich der Keil bereits mit leichtem Pressdruck in die Nut
einschieben lässt und zwischendurch immer wieder mit einer Schieblehre das Maß des
Holzkeils und der Nut feststellen.
Dieses Befestigungssystem bietet den Vorteil, dass die Keile einerseits das Zifferblatt gut im Gehäusering fixieren, und andererseits ein Zifferblattwechsel äußerst schnell möglich ist,
da Sie nur die beiden Holzkeile aus der Nut zu ziehen brauchen, und schon haben Sie
Zugriff auf das Zifferblatt.

Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, die Keile anstelle von Holz aus weichem Kunststoff oder Gummi anzufertigen, aber bedenken Sie immer, dass Sie eine funktionierende
Presspassung auf beiden gegenüberliegenden Seiten herstellen müssen.
(Zur Information: Eine Befestigung des Zifferblatts mit 3 X Schlitzschrauben M2 habe ich
mangels ausreichendem Platzangebot für Keile nur bei der Schiffsuhr Ref. 6750 gewählt).

7). Glas einsetzen

Ich verwende bei meinen Uhren flache und gewölbte Gläser in der Stärke 2 mm.
In einigen Fällen kommen auch 4 mm starke Gläser zum Einsatz und in einem Fall
sogar 10 mm Glas.
Man unterscheidet zwischen gewölbtem Glas und flachem Glas. Gewölbtes Glas ist
im Großuhrenbereich nur in einer Stärke von 2 mm in unterschiedlichen Größen erhältlich
und normalerweise wird es hinter einer Blechlünette fixiert, so dass man den Glasrand gar
nicht sieht. Das gewölbte Glas liegt nicht plan auf einer Fläche auf, sondern mit einer
gewissen Neigungskante. Es wird leider nur unter großen Toleranzen (ca. 1 bis 1,5 mm
in Abhängigkeit vom Außendurchmesser) industriell gefertigt. Um nun ein gut sitzendes
Glas in eine vorhandene Zentrierung meiner Uhren einsetzen zu können, existieren 2
Möglichkeiten. Entweder, man bestellt gleich mehrere Gläser einer Größe, um das
optimal passende herauszufiltern, oder man bestellt im Vorfeld nur 1 Glas, nimmt genau
Außenmaß und legt daraufhin das Zeichnungsmaß der Glaszentrierung fest und
bestellt danach erst das Gehäuse. Ein entsprechendes Aufmass für das Einsetzen mit
Hilfe von Silikon-Kleber muß natürlich berücksichtigt werden. Denn die Uhrgläser
werden nicht, wie es bei hochgenauen, Armband- Uhrgläsern der Fall ist, eingepresst,
sondern mit transparentem Silikon eingeklebt.

Wir unterscheiden bei einem flachen Glas zwischen gesäumter und geschliffener Kante.
Bei geschliffener Glaskante ist die obere und untere Glaskante etwas angeschrägt
und eine feine, grünlich schimmernde Oberfläche zu erkennen. Das Glas wird sehr genau
nach den Vorgaben gefertigt. Eine Nachbearbeitung ist nicht erforderlich. Geschliffenes
Glas ist allerdings auch das Teuerste unter den Großuhr-Gläsern.
Beim billigeren, gesäumten Glas ist eine abgerundete, raue Kante vorhanden. Es besteht
allerdings die Möglichkeit, falls dieses Glas minimal zu groß für eine vorhandene
Zentrierung ist, es mit feinem Schleifpapier (600er oder 1000er) etwas abzuschleifen.
Nach dem Randschliff kann man es mit etwas Stahl-Fix und einem Poliertuch von Hand
noch leicht auspolieren, so dass ein leichter Glanz entsteht.

Vor dem Einsetzen eines Glases ist dieses von beiden Seiten mit einem trockenen
Baumwolltuch zu reinigen und zu polieren. Sie sollten, während Sie es einsetzen,
feine Handschuhe tragen, um Fingerabdrücke zu vermeiden. Wenn es nun plan in der
Zentrierung liegt, verteilen Sie farblosen Silikon-Glaskleber (z.B. "SISTA" Universal
Transparent auf Wasserbasis, von Henkel) mit Hilfe eines feinen Pinsels in den Spalt
zwischen Glas und Gehäuse. Dabei wird mit Sicherheit etwas Silikon an den Seiten
übertreten. Drehen Sie das Gehäuse während des Silikonauftragens vorsichtig, dabei liegt es plan auf einem Tuch und einem Bearbeitungstisch. Wenn Sie nun ringsherum alle Flächen
mit Silikon-Kleber eingepinselt haben, ziehen Sie bitte mit Hilfe der Zeigerfingerkuppe
das überschüssige Silikon am Übergang vom Glas zum Gehäuse glatt.

Der Spalt zwischen Glasrand und Metallgehäuse-Zentrierung sollte ca. 0,15 - 0,25 mm
pro Seite betragen, also insgesamt bei 0,3 - 0,5 mm liegen. Lassen Sie das Gehäuse
nun 2 - 4 Stunden trocknen, so dass insbesondere von unten Luft an den Glasrand dringt.
Im Winter können Sie es am besten auf eine Heizung legen. Das Silikon wird in dieser
Zeit einen elastischen Film ausbilden. Danach kommt eine etwas langwierige und
unangenehme Arbeit auf Sie zu. Das jetzt noch überschüssige Silikon muß nun, nach
dem Trocknen, mit ein wenig Wasser, einem trockenen Baumwolltuch und durch Bearbeitung mit den Fingernägeln sowohl vom Metallgehäuse, als auch von der Glasoberfläche
entfernt werden. Sie werden feststellen, dass Silikon beim Entfernen stark
schmiert und sich auch feine Silikonkugeln herausbilden. Nach diesem Arbeitsgang, der
durchaus 1 - 2 Stunden in Anspruch nehmen kann, müssen Sie das Gehäuse und das
Glas mit einem feinen Baumwolltuch auspolieren. Ein entscheidender Arbeitsschritt ist
nun bewerkstelligt: der Uhrengehäusering ist nun mit dem Uhrglas verbunden worden.

Natürlich könnte man auch die Innenfläche der Gehäusezentrierung mit Silikon benetzen,
und das Glas danach einfach aufsetzen, aber hierbei besteht die Gefahr, das der sichtbare
Raum zwischen Glas und Zifferblatt verschmiert wird und sich nicht mehr reinigen lässt.
Außerdem verwenden Sie im Zweifel bitte eher weniger, als zuviel Silikonkleber.


8) Zusammenbau

Der krönende Abschluss beim Wanduhrenbau in Handarbeit ist der Zusammenbau aller
Einzelteile zur fertigen Uhr. Nun werden Sie feststellen, ob Sie genau gearbeitet haben
und ob Sie noch viele Jahre Stolz auf Ihre Arbeit sein können, denn Sie haben kein
x-beliebiges Massenprodukt erzeugt, sondern eine individuelle Uhr in Handarbeit
angefertigt.
Vergewissern Sie sich, ob alle benötigten Einzelteile jetzt griffbereit sind:
Uhrengehäusering mit Glas, Abschlussdeckel, Zifferblatt, Stundenzeiger, Minutenzeiger,
Zeigerschraube, Zeigermutter, Uhrwerk, Batterie, Distanzgummiring, Holzkeil a, Holzkeil b,
Abschlussdeckelschraube a, Abschlussdeckelschraube b.
Legen Sie das Uhrwerk mit dem Distanzgummiring mittig unter das Zifferblatt, bis die
Zeigerwelle im Zifferblattloch sichtbar wird. Verschrauben Sie das Quarzuhrwerk auf
dem Zifferblatt mit Hilfe der Zeigerschraube und einem Universalschlüssel (z.B. von
Selva-Technik), oder zur Not mit einer schmalen Münze. Drücken Sie nun den Stundenzeiger
auf die Stundenwelle, aber nicht zu tief. Schrauben Sie nun den Minutenzeiger mit Hilfe
der Zeigermutter fest. Falls Sekundenzeiger vorhanden, müssen Sie diesen noch mit dem
Finger auf die Sekundenwelle drücken. Nun müssen Sie die Zeiger in Ihrer Stellung
zueinander justieren. Wählen Sie dazu eine bestimmte Uhrzeit, z.B. 9:00 Uhr und
verschieben Sie den Stundenzeiger auf seiner Passung vorsichtig auf die "9", während Sie
den Stundenzeiger exakt auf "12" positionieren. Jetzt müssen Sie noch den Minutenzeiger
um ca. eine Stunde entweder vor- oder zurückstellen, um die Zeigerposition zueinander
genau zu justieren. Es ist auch darauf zu achten, dass die Zeiger absolut geradlinig sind,
also keine Unebenheiten aufweisen, es sei denn, Sie biegen Sie leicht von Hand an Ihren
Enden, um Sie der Wölbung eines Emaille-Zifferblattes anzupassen.
Der verbleibende Höhenunterschied zwischen Stunden- und Minutenzeiger sollte mindestens
2 mm betragen, idealerweise aber 3 - 4 mm, sonst besteht die Gefahr, dass die Zeiger sich
beim Betrieb ineinander verhaken und die Uhr stehen bleibt.

Wenn die Zeigerstellung nun perfekt justiert ist, fassen Sie nun
das Uhrwerk an und legen es mit dem darauf geschraubten Zifferblatt mit der Zifferblatt-
seite nach unten in den Gehäusering ein. (Das Zifferblatt hat in seiner Zentrierung ein Spiel
von ca. 0,2 mm). Achten Sie darauf, dass sich die M2 Gewindelöcher bei der "3" und bei
der "9" befinden und die "12" mit der Mitte des ausgenommenen Quadrates im Abschluss-
deckel übereinstimmt. Sie können dazu auch das Zifferblatt gleichzeitig mit dem
Gehäusering von innen bei der "12" mit einem feinen Strich markieren.
Pressen Sie nun Holzkeil a und Holzkeil b gegenüberliegend in die Nut. Die Positionen bei
"3" "9" und "12" dürfen Sie nicht wählen, denn dort sind die Schraubgewinde der
M2 X 10 mm Messingschraube positioniert und bei der "12" benötigen Sie den Raum
für die Schraube zur Wandaufhängung. Also bleibt der übrige Platz für die Holzkeile.
Das Zifferblatt ist nun im Gehäusering fixiert. Setzen Sie nun die 1,5 V Mignonzelle mit
der richtigen Polung ein. Stellen Sie nun die momentane Uhrzeit mit Hilfe des Stellrades
ein. Zum Schluss wird noch der Abschlussdeckel mit den beiden Schlitzschrauben M2 X 10
mit einem Uhrmacherschraubendreher befestigt. Zur Wandaufhängung der Uhr müssen
Sie jetzt nur noch einen Dübel S6 in die Wand setzen. Die Holzschraube im Dübel sollte
10 -11 mm aus der Wand ragen, um optimal in der 8 mm tief liegenden Gehäusenut einzuhaken.
Zum Schluss wünsche ich Ihnen noch viel Freude an Ihrer selbst gebauten, seltenen Uhr !

9) Uhrenbausatz - Lieferumfang

- unbehandelter Uhrengehäusering mit Drehrillen
- unbearbeitete Metallscheibe, 2 mm stark
- Standardzifferblatt zur weiteren Bearbeitung
- Standardzeiger zur weiteren Bearbeitung
- Ggf. Metall-Leiste für Indizes
- Sperrholzleiste für Holzkeile
- Fertig bearbeitetes Uhrglas
- Quarzuhrwerk UTS
- Distanzgummiring
- Zeigerschraube
- Zeigermutter
- 2 Stück Schlitzschrauben M2 X 10
- Mignon-Batterie 1,5 V


10). Einbau eines mechanischen Uhrwerkes

Im Unterschied zum oben beschriebenen Quarzwerk ergeben sich beim Einbau eines
mechanischen Uhrwerks gewisse Unterschiede. Die Zeigerwelle und die Buchsen für
die Zeiger sind anders konstruiert, in der Regel kräftiger ausgeführt. Bei Werken mit
Schlüsselaufzug von vorn muß entweder auf das Uhrglas verzichtet werden oder aber
ein anderes Gehäuse mit einer aufklappbaren Glaslünette konstruiert werden. Bei Werken
mit rückseitigem Aufzug ist das kein Problem, dafür muß die Uhr zum Aufziehen
jeweils von der Wand genommen werden. Die gängigen Handaufzugswerke für
Großuhren mit Unruhe-Ausführung, also ohne Pendelantrieb, weisen natürlich auch
eine wesentlich größere Einbautiefe auf, als Quarzwerke. Es müssen also hier Gehäuse
von mindestens 70 - 80 mm Tiefe verwendet werden und einem entsprechend großen Durchmesser. Die Befestigung nur am Zifferblatt, wie bei Quarzwerken üblich, ist natürlich nicht ausreichend, also muß eine Befestigung in der Gehäusenut oder am Abschlussdeckel
gewählt werden. Man kann nicht benötigte Bohrungen in der Uhrwerksplatine hierzu
benutzen und die Befestigungslappen der Platine mit Hilfe von Schrauben und Muttern
mit der Nut im Gehäusering bzw. dem Abschlussdeckel verbinden. Sollte das Werk nicht
über Befestigungslappen verfügen, kann man es alternativ auch mittels zweier Winkeleisen befestigen und einer entsprechenden Verschraubung in der Gehäusenut oder im Abschlussdeckel. Hierbei sollte man dann aber mindestens Schrauben der Größe M3 oder M4 verwenden. Mit schätzungsweise 2 oder 3 solcher Schraubverbindungen ist sicher eine ausreichende Fixierung des Werkes im Gehäuse möglich, man muß aber bedenken, dass man beim Werk mit rückseitigem Aufzug die Stellfunktionen und Aufzugsfunktionen nicht beeinträchtigt. Eine Befestigung des Uhrwerkes von der Außenseite des Metallgehäuses mittels Schrauben und Winkeleisen oder Befestigungslappen ist zwar auch denkbar, aber aus optischen Gründen nicht so empfehlenswert, da die Schraubköpfe dann sichtbar sind.
Theoretisch lassen sich auch größere, mechanische Uhrwerke mit Pendelantrieb in ein rundes,
massives, und nahezu geschlossenes Metall-Uhrengehäuse einbauen, allerdings nur in entsprechend große und tiefe Gehäuse, die dann aus Gewichtsgründen nur noch aus Aluminium bestehen dürfen und an deren Unterseite sich eine Ausfräsung für den Pendelausschlag befindet.





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